Freitag, 17.12.2004
Gott sei Dank habe ich eine späte Startnummer gezogen und kann mich deswegen auch ausschlafen. Das Training ist gut und die Eindrücke vom Vortag bestätigen sich. Alle Damen sind gut drauf.
In der ersten Trainingsgruppe wiederholt sich das Phänomen vom Kasermandl 2004. Die Musik will nicht funktionieren. Deswegen beschließt das Organisationsteam die Musik von einer anderen Anlage zu spielen, die Gott sei Dank den ganzen Wettkampf lang keine Probleme bereitet.
Die Zeit zwischen Training und Wettkampf ist sehr knapp bemessen und man hat nur ca. 30 Minuten Zeit sich auszuruhen, um rechtzeitig geschminkt, frisiert und umgezogen in der Halle zu erscheinen.
Auffallend an jenem Kurzprogrammtag sind die extrem langen Wartezeiten zwischen den Läufern auf die Wertungen, die nämlich auf einen Würfel, der an der Hallendecke hängt, zu sehen sind. Jedoch das Weitergeben der Wertungen an jene Person, die für die Anzeige an jenem Würfel zuständig ist, dauert eine „halbe Ewigkeit“ und verursacht für die Starter unangenehme Wartezeiten.
Außerdem muss die erste Einlaufgruppe der Damen 2mal einlaufen, da das Eis mit 1,5cm extrem dünn ist und sogar die zarte Anna Gabriel es schafft bei einem Salchow im Einlaufen eine Rille bis zum Beton zu kratzen, weswegen die Eismaschine ein weiteres Mal das Eis bereiten muss.
Die Damen kommen schon im Kurzprogramm bei weitem nicht an die Trainingsleistungen heran. Die ganze Souveränität aus dem Training scheint bei vielen Teilnehmerinnen verschwunden.
Die einzige die an ihre Trainingsleistung anschließen kann ist Startnummer 7 Kathrin Freudelsperger. Sie zeigt ein sehr gutes Programm. Ihr einziger, kleiner Fehler ist ein Dreier zwischen der 3fachToeloop-2Toeloop Kombination. Ihre 2 weiteren Sprungelemente (3fach Salchow und 2Axel) kann sie jedoch sicher und schön landen. Sie geht nach dem Kurzprogramm klar in Führung.
2te wird Andrea Kreuzer mit ebenfalls einer 3fachToeloop-2Toeloop Kombination, bei der sie jedoch nach dem 3fachSprung mit einer Hand aufgreifen muss, einem 2Axel und einem leider ziemlich missglücktem 3fachFlip.
An den 3ten Platz kann sich Anni Luftensteiner setzen. Sie zeigt einen 2Axel auf 2 Füßen, eine Sprungfolge aus 3fachSalchow (eine Hand und ein Fuß berührten das Eis) und 2Toeloop und einen 3fachRitt (auf vorwärts und auf 2 Füßen).
Weitere Platzierungen sind:
4. Brandstätter Karin: 3fachRitt auf einfach aufgerissen, 3fach Salchow gestürzt, 2Axel gestanden.
5. Gabriel Anna: ein ausgesprochen schöner 2Axel, 3fachToeloop gestürzt, 2Salchow.
6. Mooslechner Sarah: 2Axel, 3fachSalchow gestürzt, 3fachToeloop gestürzt.
7. Frank Kerstin: 3fachToeloop gestürzt, 2Axel, 3fachSalchow gestürzt.
8. Stross Maria: 3fachToeloop gestürzt, 2Axel ausgestiegen, 3Salchow gestürzt.
9. Liang Ying-Yu: 2Axel, 3fachSalchow gestürzt, 3fach Ritt gestürzt.
Die Herren sind eindeutig das Highlight dieser Staatsmeisterschaften. Das machen sie schon im Kurzprogramm klar.
Das Duell Pfeifer vs. Rauchbauer verspricht Spannung und im Kurzprogramm geht Christian Rauchbauer mit 3fachAxel, einer Kombination aus 3fachFlip und 2Toeloop (mit aussteigen nach dem 3fachFlip) und 3fachSalchow zwar in Führung, jedoch nur durch eine 3 zu 2 Entscheidung, was zeigt wie nah beide Konkurrenten aneinander liegen.
Viktor Pfeifer zeigt ein auf jeden Fall ansprechenderes Programm als sein Rivale, kann auch die ersten beiden Sprungelemente (3fachFlip, 3fachLutz-2Toeloop) in wunderschöner Ausführung auf das Eis zaubern, springt den 2Axel jedoch sehr schief ab und kann sich nur durch aussteigen vor dem Sturz retten. Ein Patzer, der ihm letztendlich den Kurzprogrammsieg kostet.
An den 3ten Platz kann sich ein stark verbesserter Manuel Koll setzen. Der im Gegensatz zum Vorjahr extrem viel an Sicherheit und Selbstbewusstsein gewonnen hat. Er zeigt eine wunderschöne 3fachLutz-2Toeloop Kombination, einen nicht minder schönen 2Axel. Leider versagen die Nerven beim letzten Sprung und er reißt den 3fachToeloop auf 1fach auf.
4ter wird Florian Mistelbauer mit 3fachToeloop, 3fachRitt-2Toeloop, und 2Axel.
5ter Zabato Bebe mit 3fachSalchow-2Toeloop ausgestiegen, 2 Axel, 3fach Toeloop gestürzt.
Am Abend werden die SportlerInnen vom SYS-Team Sweet Mozart zu einem Spaghetti-Essen eingeladen. Frau Göhner hat sich wirklich Mühe gegeben und alle sind von ihren Kochkünsten begeistert. Leider können die Einzelläufer nicht lange bleiben, da für einige am nächsten Tag (auch für mich) schon um 9 Uhr Training ist.

Ich muss noch meine Sachen packen, da am nächsten Tag ab 9 Uhr die Zimmer im 1.Stock geräumt sein müssen und ich zu Andrea Kreuzer ziehen muss, um vor dem Wettkampf wenigstens noch ein wenig Ruhe zu finden.
Um 22 Uhr versuche ich zu schlafen, aber die (zwei) eislaufbegeisterten Innsbrucker genießen vor allem die späten Abendstunden auf der Außenbahn, die bis mindestens 22.30 stark beleuchtet ist. Obwohl ich die Vorhänge zugezogen habe, kann ich ohne Probleme ohne weiteres Licht in meinem Zimmer lesen :). So hell wird das einsame Pärchen, das am sonst verlassenen Eis seine Runden in trauter Zweisamkeit dreht, für die nächste halbe Stunde von mindestens 4 riesigen Lichtquellen bestrahlt.
Samstag, 18.12.2004