Montag, 06. November 2006


Katrin's Bericht über ihren JGP-Start in OSLO:

Hallihallo!
Ich möchte euch berichten, wie ich meine zwei ersten „großen“ Bewerbe erlebt habe.

Die erste Reise ging nach Oslo, vom 26. bis 30. September. Wir (Hr. Sieber, Sabina, Uschi, Manuel und ich) trafen uns am Schwechater Flughafen und gaben das Gepäck beim „quick check in“ auf. Dies verlief absolut problemlos, was für mich ja fast eine Premiere war, denn im Urlaub hatte die Familie Kunisch immer Gepäcksschwierigkeiten :) . Im Flugzeug begannen die ersten Probleme. Der Pilot war erkrankt und man musste schnell einen Ersatz auftreiben (laut Durchsage). Es dauerte eine kleine Ewigkeit, aber als dann endlich der Ersatzpilot bereit war gings los.
Ich war ziemlich aufgeregt, aber vor allem freute ich mich total auf den bevorstehenden Bewerb!!!

In Oslo angekommen betraten wir den norwegischen Flughafen (AAALLEEES AUS HOLZ UND durch die Klimaanlage IMMER WINDIG *g* ).
Mit einem Shuttlebus (bei dem es auch Verzögerungen und Wartezeiten gab) wurden wir in das „Coach, Competitor & Team Leader-Hotel“ gebracht. Bei der Registrierung kam es zu kleinen Komplikationen mit der Zimmerbestellung. Das Mini-Team Österreich sollte auf drei Hotels aufgeteilt werden, wobei ich alleine in einem Hotel untergebracht worden wäre mit einer spanischen Läuferin im Zimmer. Insgesamt 4 Stunden Wartezeit und viel Überzeugungskraft und Einsatz von unserer Teamleaderin (Uschi) und Sabina machten es schließlich mäglich, dass Manuel und Uschi sich ein Zimmer teilten und ich mit Sabina ins Zimmer durfte. Hr. Sieber wurde im Judges-Hotel untergebracht, das ca. 45 Minuten mit dem Auto entfernt in einem einsamen Wald lag (wiederum viel HOLZ und sicher auch viel WIND :) )

Der erste Trainingstag verlief gut. Er war vorrangig da, um sich einzugewöhnen, das Eis zu testen und die Programme herzuzeigen. Am Donnerstag wurde es dann „ernst“. Das Vormittagstraining verlief nach Plan und am Nachmittag ging das Wettkampfprogramm mit dem KP der Damen weiter.Bis auf den verpatzten 2Axel lief ich fehlerfrei und wurde 11te. So viele sturzfreie Programme habe ich noch nie gesehen.
Am Abend gingen alle Teilnehmer, Trainer, Preisrichter und Funktionäre auf die Eröffnungszeremonie, die sehr liebevoll organisiert war (alle Läufer marschierten hinter ihren jeweiligen Fahnen ein. Es wurden Videos gezeigt, Ansprachen gehalten und und und….).

Freitags gingen wir planmäßig zum Vormittagstraining und am Nachmittag stand die Kür am Programm. Es war so eine tolle Atmosphäre. Ich kam mir vor wie im Traum, denn ich hatte das Glück in der vorletzten Einlaufgruppe trainieren und starten zu können. Nach dem Training gingen wir von der Eisfläche und schon standen da mindestens 15 kleine Kinder die Autogramme wollten :) . Ich drehte mich nach links und nach rechts, doch da war niemand. Die meinten wirklich mich :) . Vor der Kür war es nicht anders. Schon beim Aufwärmen kamen immer wieder Kinder, die eine Unterschrift haben wollten. Nach dem Einlaufen stand dann im „VIP-Bereich“ eine Masse von Kindern mit ihren kleinen Heftchen und Kugelschreibern, doch da sich die Läufer auf ihren Start vobereiten mussten, schickte ein Security-man die Kleinen weg. Man kam sich schon ein bisschen wie ein „Profi“ vor :) .
Mit der Kür war ich dann nicht so zufrieden, weil ich sehr wackelig und nervös war. Es passierten mir einige unnötige Patzer, die mich einige Punkte kosteten.
Nach meinem Start hatte ich die Gelegenheit die letzte Gruppe, die besten Läuferinnen, zu sehen. Auch sie patzten viel, obwohl sie im Training noch alles wie im Schlaf runtergespult hatten. Es beruhigte mich, dass auch solchen Spitzenläufern der ein oder andere Sturz passiert. Von den Programmen her hat mir am besten die indische Läuferin gefallen. In meinen Augen stach sie heraus und sie hatte wirklich tolle Schritte. Nur schade, dass die Sprünge dann auch bei ihr nicht optimal funktionierten. Die 2. platzierte Italienerin fiel durch ihr Temperament auf. Sie landete zwar auch 3mal am Hintern aber sprang auf und lief weiter zum nächsten Element. Sie hatte dabei immer ein sympathisches Lächeln (und schöne Kleider :) ). Eine Amerikanerin wurde 1. Sie läuft wirklich wunderschön Eis und strahlt eine gewisse Souveränität aus. Ihre Stürze konnte sie oft durch das Aufsetzten des 2ten Fußes vermeiden. Im Endeffekt belegte ich den 14. Platz. Damit habe ich mein Ziel „in der besseren Hälfte zu sein“ nicht eindeutig geschafft. Ich war genau die Hälfte :)
Von der Organisation waren wir ein bisschen enttäuscht, aber sonst war dieser Bewerb ein tolles Erlebnis und ich hab bestimmt viel daraus gelernt!!!