Montag, 06. November 2006


Katrin's Bericht über ihren JGP-Start in LIBEREC:

Die zweite Reise ging dann nach Liberec (Tschechien). Eigentlich war dieser Bewerb für Astrid, als zweiter Junioren Grand Prix, vorgesehen, doch sie konnte verletzungsbedingt nicht an den Start gehen (Gute gute Besserung!!!!)
Deswegen machten sich Elisabeth Angerer (die ihren sozusagen ersten internationalen NJS Auftritt hatte), ich und Sabina mit dem Zug auf nach Tschechien. Wir fuhren insgesamt 6.30h mit dem Zug, wobei wir einmal umsteigen mussten. Der erste Zug hatte aufgrund technischer Schwierigkeiten so große Verspätung, dass wir unseren eigentlichen Anschlusszug verpassten. Eigentlich sollte das kein Problem sein, denn man versicherte uns, dass der nächste Zug auf uns warten würde. Ganz so problemlos war das Umsteigen dann aber doch nicht. Im gesamten Bahnhof und in den Zügen gab es Stromausfall. Es war schon sehr spät am Abend und dadurch stockfinster. Im Film hätte es nicht gruseliger sein können :) . Doch suchen, viele Leute nach dem Weg fragen (die alle aussahen wie DER SCHWARZE MANN persönlich :) ) und Liesis Koffer in den Zug „schwingen“ kamen wir zwar spät aber doch noch am selben Tag in Liberec an. Von dort aus nahmen wir uns ein Taxi, denn drei Frauen die verreisen packen auch viele schwere Dinge in ihre Köfferchen :) . Sabina sagte dem Taxifahrer, dass wir ins Hotel Babylon müssten. Er brachte uns vor die Tür, stieg aus, knallte seine Autotüre zu, warf unsere Koffer aus dem Kofferraum und war nur mürrisch. Als Sabina dann noch eine Rechnung verlangte, schnauzte er uns so an, dass wir richtig Angst bekamen. Später hatten wir uns im Nachhinein überlegt, warum dieser Mann so wütend war. Eine kurze Rechung führte uns vor Augen, dass wir uns um 1.50€ herumkutschieren hatten lassen.
Nun gut! Im Hotel angekommen merkten wir schon gleich, dass es diesmal nicht solche Schwierigkeiten mit den Zimmern geben würde, denn da ging alles rucki-zucki :)
Liesi wurde in ihr Hotel gebracht (für die Preisrichter) und Sabina musste sich diesmal nicht das Zimmer mit ihrer nervösen Läuferin teilen :) Wir bekamen jeder ein eigenes, das wie ich finde einen sehr schönen und gepflegten Eindruck hinterließ. Im Hotel gab es auch eine Badelandschaft mit Whirlpool und Wasserrutschen.
Das einzig negative war das Essen. Also wenn mal wer eine erfolgreiche Diät machen möchte, wäre er dort bestimmt am richtigen Platz ;-)

Am Donnerstag fand ein Vormittags- und ein Nachmittagstraining statt. Das Trans-Sport-Zentrum in Lieberec beeindruckte wohl jeden, denn es war nicht nur sehr neu, sondern auch sehr groß. Es waren 2Trainingshallen zur Verfügung, wobei in der einen immer die Eishockeyspieler trainierten. Daneben gab es eine Bewerbshalle mit einem riiiiiiiesigen Aufwärmbereich mit Teppichböden ausgelegt und auf jedem Sitz in der Arena Polsterüberzüge. (und der Sagester-Stand war auch da *freu*). Ich habe vor dem Bewerb leider nicht optimal trainieren können, da ich ziemliche Rückenbeschwerden hatte. Diese sind auf einen ziemlich „doofen“ Sturz zurückzuführen, der mir 2Wochen vorher bei einem Vormittagstraining passierte (in einem Bielmannkantenwechsel, mehr sag ich dazu nicht :) . Nur soviel: Rettung musste diesmal keine kommen).

Freitag ging ich dann zum Vormittagstraining und am Nachmittag war das KP an der Reihe. Von den Elementen war es nicht so schlecht. Einen Sturz konnte ich vermeiden. Der 3fach Ritt war auf 2Füßen gelandet, die Kombi wurde deswegen zur Sprungfolge und dementsprechend habe ich große Abzüge bekommen, die mich einige Plätze kosteten. Leider fühlte ich mich schon im KP nicht ganz wohl. Die Schmerzen im Rücken nahmen zu. Nicht nur bei den Landungen sondern auch bei Bielmannpositionen, die sich ja nicht vermeiden lassen in einem Programm. Ich erreichte den 16. Platz, die Konkurrenz war wieder mal sehr stark!
In der Nacht von Freitag auf Samstag konnte ich kaum schlafen, da mir der Rücken schon beim umdrehen im Bett weh tat.

Am Samstag dann war es mehr oder weniger klar für mich, dass es mir nicht möglich war zur Kür anzutreten, da nun auch schon vom Arzt verschriebene Schmerzmittel und zusätzliche 2Stunden beim tschechischen Physiotherapeuten nichts mehr halfen! Meine Vernunft hat gesiegt (was ja nicht immer der Fall ist :) ) und ich habe die Kür abgesagt. Es war sicherlich nicht leicht für mich alles von der Tribüne aus zu erleben, aber wie sich im Nachhinein herausstellte die bessere Entscheidung. Wie am MR erkennbar wurde, hatte ich mir wohl bei meinem spektakulären Sturz einen Lendenwirbel angebrochen.
Nichts desto trotz möchte ich euch was von der Kür erzählen: In meinen Augen waren die wahren Gewinnerinnen dieses Abends die beiden Finninen. Die 13-jährige finnische Läuferin verpatzte das KP und landete am 17. Platz in der Kür konnte sie sich aber dermaßen steigern, dass sie im Endergebnis noch den 10. Platz erkämpfte. Laura (die 2. finnische Läuferin) konnte vom 13. Platz auf den 5. „vorlaufen“. Was mir eher unerklärlich bleibt ist der Sieg der Amerikaner. In meinen Augen hätte eine der beiden Estinnen siegen müssen (aber da kenn ich mich ja nicht aus :) ).
Die Rückfahrt im Zug war sehr unterhaltsam und verging recht schnell. Wir begegneten einem schon von der Hinfahrt bekannten Schaffner, dem Sabina anscheinend sehr gefiel. Diesmal plauderte er andauernd und drückte auch ein Auge für uns zu, damit wir erste Klasse fahren durften ohne aufzubezahlen. Er meinte nur, dass bald Schaffnerwechsel wäre und es möglich wäre, dass der nächste das Geld von uns verlangen würde. Für den österreichischen Schaffner war dann Liesi zuständig. Sie zeigte ihr Ticket und tat ganz ahnungslos. Er klärte uns auf, dass man aufzahlen müsse um erste Klasse fahren zu dürfen. Liesi setzte darauf ihr freundlichstes Lächeln auf und der Schaffner konnte nicht wiederstehen. Er meinte: „Na ja, jetzt ist es auch schon egal, wir sind schon in Österreich.“, zwinkerte mit den Augen und verschwand.
Ich habe daraufhin beschlossen, dass ich von nun an immer mit den beiden Zug fahre. Die Brieftasche meiner Mutti würde sich freuen :) .
Letztendlich blieb auch ich nicht ohne „Aufriss“. Am Kürtag kamen 2 kleine Buben, die ein Autogramm haben wollten, ich unterschrieb und der eine plapperte auf tschechisch los. Ich holte meine Trainerin zur Hilfe und sie spielte Übersetzerin. Der kleine Junge meinte zu ihr: „Sag ihr dass sie schön ist.“ Sabina lachte, und fragte ihn auf tschechisch: „Und ich bin nicht schön oder was?“ Charmant, wie die Tschechen nun mal sind, meinte er: „Doch du auch!“
Kurz nachgedacht, war das dann wohl doch auch wieder Sabinas Aufriss

Abschließend möchte ich sagen, dass auch solche Erfahrungen wertvoll sind. Es tat mir nur sehr leid, Astrid nicht besser vertreten zu haben. Jetzt werden wir erst mal beide gesund und setzen unsere Saison fort.
An dieser Stelle ein großes DANKE an Sabina, die Sui’s Geburtstag in Liberec verbrachte, und danke auch an Liesi, die ihren „ersten GROßEN Auftritt“ mit Bravour meisterte und danke vielen Dank auch für die Fotos , die wir auf die HP stellen dürfen.

Ganz liebe Grüße Mucki