Sonntag, 13. Februar 2005
Vor den Kulissen:
Durch meine Mitarbeit im Organisationsteam konnte ich zwar den ganzen Wettkampf verfolgen, werde in meinem Bericht aber nur die circa 10 besten Leistungen erwähnen.
Hiermit möchte ich die Leistungen der anderen Teilnehmer des HSM 2005 auf keinen Fall geringschätzen, doch bei der großen Teilnehmerzahl, ist es mir nicht möglich alle zu erwähnen.
Das Hellmut Seibt Memorial 2005 kündigte sich auch dieses Jahr wieder ca 1 ½ halb Wochen vor dem offiziellen Beginn durch die Anreise der Sportler aus Übersee an.
Dieses Mal besuchte eine Gruppe Australier mit ihrer russischen Trainerin Wien. Die vier Sportler beeindruckten nicht nur durch ihre offene und freundliche Art den anderen Eisläufern gegenüber, sondern auch vor allem durch ihre eisläuferischen Fähigkeiten.
Der Wettkampf begann am Dienstag, den 8. Februar, mit den Gruppen Chicks und Cubs.
Ich möchte aus diesen Gruppen vor allem die drei Australier Scott Buczek, Jaimee Nobbs und Kristin Secola hervorheben.
Scott gewann in der Gruppe Cubs und Jaimee in der Gruppe Cubs 95. Ebenfalls in Cubs 95 wurde Kristin vierte.
Diese drei kleinen Sportler hatten zwar die Fähigkeit wunderschöne Sprünge aus unglaublich schwierigen Eingängen aufs Eis zu zaubern, fielen aber besonders durch ihre schwungvolle und saubere Art der Interpretation ihrer eigentlich sehr schweren Musiken auf.
Alle drei Programme beinhalteten schwierige Schrittpassagen und wunderschöne Pirouetten (auch Scott mit schöner Bielmann), welche vor allem deswegen so beeindruckend waren, da Scott, Jaimee und Kristin erst 9 Jahre alt waren.
Am zweiten Wettkampftag standen die Springs Boys und der Pflichttanz bzw. der Originaltanz auf dem Programm.
Leider waren nur sehr wenige Tanzpaare am Start. Bei den Novice bestritt nur ein Paar den Wettkampf und bei den Junioren traten nur 4 Paare an.
Nach dem ersten Tag führten, in der Gruppe Junioren, überlegen Kamila Hajkova und David Vincour aus Tschechien.
David Vincour startete vor Jahren mit Sabine Pichler und dann mit Babsi Herzog für Österreich. Er entschied sich jedoch aus persönlichen Gründen zurück in seine Heimatstadt Brünn zu gehen und begann nach langer Partnersuche mit Kamila wieder zu trainieren. Unter der Aufsicht von Ivan Rezek und Gabriela Hrazska haben beide Sportler wahnsinnige Fortschritte gemacht und sich zu einem Junioren-Weltklassepaar entwickelt.
Auch in Wien beeindruckten sie wieder durch ihre unglaublich leichte Art über das Eis zu „schweben“. Vor allem der Originaltanz der beiden hat eine sehr positive Ausstrahlung, was durch das permanente Mitsingen von David stark unterstrichen wird :)
Das österreichische Paar Simona Kopsova und Gabriel Mistelbauer war ebenfalls am Start. Sie belegten nach dem ersten Tag den dritten Rang.
Am Donnerstag, den 10. Februar, fielen die Entscheidungen in den Gruppen Debs Boys, Debs 91 und Debs 92, sowie im Eistanzen.
Aus den Debs Boys ist vor allem der Sieger Jakub Strobl aus der Slowakei zu erwähnen. Er war seinen Konkurrenten bei weitem überlegen und zeigte extrem hohe und sichere Doppel- und Dreifachsprünge bis inklusive Dreifach-Ritt.
Eine Leistung die vor allem dadurch aufzuwerten ist, dass auch sein Laufen und seine Pirouetten den Sprüngen um nichts nachstanden.
Ein verdienter Sieg für ein sicherlich großes Talent.
Bei den Debs 92 ging unsere Sandy an den Start und ich muss gestehen, dass ich wahnsinnig nervös war :)
Doch Sandy absolvierte ihr Programm mit gewohnter Souveränität. Sie stürzte zwar bei ihrem Doppelaxel, zeigte aber alle weiteren Doppelsprünge ohne Fehler und in Kombinationen.
Schlussendlich musste sie sich nur Vera Kleinschuster (AUT) geschlagen geben. Diese zeigte zwar einen gestandenen Doppelaxel und einen Dreifach-Salchow-Versuch (sie stürzte), konnte aber eigentlich, was die Pirouetten, die Präsentation und ihre eisläuferischen Fähigkeiten betraf, nicht annähernd an Sandy herankommen.
Ihren Gewinn verdankte sie wohl dem gestandenen Doppelaxel.
Unsere Sandy war mit ihrer Leistung aber zufrieden und konnte sich auch mit einem zweiten Platz ohne weiteres anfreunden :)
Dritte wurde die Finnin Daisy Nevalain. Sie zeigte alle doppelten, einen unsauberen Doppelaxel und einen unsauberen gestürzten Dreifach-Ritt, jedoch ein schönes Programm.
Bei den Tänzern gewannen Kamila und David mit einer Romeo & Julia-Interpratation, die dem Publikum Gänsehaut beschaffte. Ihr Sieg war klar und unangefochten.
Die Österreicher Kopsova-Mistelbauer wurden 3te und schafften damit ihre Qualifikation für die JWM in Canada.
Am Freitag, den 11. Februar, konnten wir wohl die beeindruckendsten Leistungen beobachten.
Hier wäre zum Beispiel die Siegerin der Springs 94 Johanna Allik aus Estland zu erwähnen.
Das kleine Mädchen ging als letzte ihrer Gruppe an den Start und beendete sie mit einem Paukenschlag. Ihre Choreographie beherrschte sie bis ins kleinste Detail. Ihre Pirouetten waren schnell und zentriert und ihre Sprünge sauber und technisch perfekt. Ihr wunderschöner Doppelaxel und ihr ebenso schöner Dreifach-Salchow wirkten anstrengungslos und routinierter als bei manchem Weltklasseläufer.
Sie ist mir mit Abstand, vom ganzen HSM 2005, am stärksten im Gedächtnis geblieben.
Bei den Springs 93 siegte die Finnin Nita Viri mit Doppelaxel, Dreifach-Salchow und Dreifach-Ritt vor der Estin Svetlana Issakova mit Doppelaxel, Dreifach-Salchow. Svetlana stürzte Dreifach-Toeloop und Dreifach-Ritt. Man merkte aber, dass sie beide Sprünge beherrscht. Im Unterschied zu Johanna Allik, die mehr der athletische, kleine, quirlige Typ ist, ist Svetlana Issakova sehr elegant und groß. Auch die Finnin ist eine elegante Läuferin, die vor allem das mühelose Gleiten über die Eisbahn mit großer Geschwindigkeit durch ihr ganzes Programm beherrscht.
Und dann….. Dann war meine Aufregung kaum auszuhalten.
Denn dann waren Katrin und Astrid mit ihren Kurzprogrammen an der Reihe.
Katrin hatte die Startnummer 1 gezogen und Astrid die 5. Wenigstens konnten sich meine Nerven dadurch nach der ersten Einlaufgruppe wieder beruhigen :)
Katrin lief ein tolles Programm mit dem schönsten Dreifach-Ritt des ganzen Wettkampfes und Doppelaxel. Ihren Dreifach-Salchow stürzte sie leider. Eigentlich ist Katrin mit ihren 14 Jahren um einiges jünger als ihre Konkurrentinnen in der Juniorengruppe (15-19 Jahre), aber durch ihr schönes und sehr reifes Eislaufen fiel das nicht weiters auf.
Sie wirkt nur generell ein bisschen kleiner und dünner als die anderen :)
Astrid verpatzte ihr Kurzprogramm leider und musste sich mit dem 9. Platz zufrieden geben.
Die Führung konnte Petra Lukacikova aus Tschechien (DA, 3S-2T, 3R nicht ganz rückwärts) vor Kristin Wieczorek (GER) und unserer Katrin erringen.
Vierte wurde Zuzana Wojtovicova aus Tschechien, fünfte Jasmin Robol (AUT) und sechste Kathrin Freudelsperger (AUT).
Am letzten Wettkampftag standen die Entscheidungen bei den Junioren an.
Astrid hatte einen etwas besseren Tag erwischt, konnte sich steigern und errang schlussendlich mit Doppelaxel und einem etwas verhatschten Dreifach-Ritt den 6. Rang.
Die Kürwertung gewann Kathrin Freudelsperger aus Österreich. Die Grazerin lief ein tolles Programm in einem wunderschönen Kleid, das ihre Trainerin selbst genäht hatte, und konnte Toeloop und Salchow mit 3facher Umdrehung stehen.
Sie wurde durch den großen Vorsprung von Petra Lukacikova aus dem KP im Endresultat zweite.
Petra konnte neben Doppelaxel nur 2 Dreifach-Salchow (einer in Kombination) stehen. Ihren Dreifach-Ritt und ihren Dreifach-Lutz stürzte sie. Sie lief die zweite Kür. Das reichte aber am Ende zum Sieg.
Dritte wurde unsere Katrin. Sie musste den ersten 3fach-Ritt leider auf einfach aufreißen. Stand aber daraufhin Dreifach-Salchow und Doppelaxel. Ihr zweiter Dreifach-Ritt war wunderschön. Sie konnte ihn aber leider nicht stehen.
Ihr Programm war wieder sehr elegant und schön gelaufen und auch ihre Pirouetten wurden in gewohnter Schnelligkeit und Schönheit ausgeführt.
Die Deutsche Kristin Wieczorek hatte keinen guten Tag und wurde im Endklassement nur vierte vor Jasmin Robol.
Gleichzeitig mit dieser Juniorenentscheidung fiel auch die Entscheidung über die Beschickung der JWM mit einer österreichischen Teilnehmerin. Aufgrund ihrer guten Kürleistung entschied der ÖEKV für Kathrin Freudelsperger. Katrin Kunisch wurde als Ersatz genannt. Mit ihren erst 14 Jahren hat Katrin Kunisch noch genug Zeit an einer JWM teilzunehmen und kann sich jetzt erst mal darauf konzentrieren internationale Erfahrung zu sammeln.
Die Trainerteams von beiden Sportlerinnen sind mit dieser Entscheidung sehr zufrieden.
Dadurch ist unser österreichisches JWM-Team komplett. Es besteht aus Viktor Pfeifer, Kathrin Freudelsperger und dem Tanzpaar Kopsova-Mistelbauer.
Nicht unerwähnt will ich die Junioren Herren lassen. Hier gewann Domanski Przemislaw mit einer tollen Kür und Sprüngen bis inklusive Dreifach-Lutz.
Der Österreicher Manuel Koll musste aufgrund eines gebrochenen Schuhs nach dem Kurzprogramm leider den Wettkampf frühzeitig beenden.
Im Rahmen des HSM 2005 wurden auch die ASKÖ Meisterschaften entschieden. Hier siegte unsere Katrin vor Jasmin Robol und unserer Astrid.
Weitere Foto-Impressionen des HSM 2005:

Im Großen und Ganzen war das HSM 2005 wieder ein sehr großes und gelungenes Ereignis. Das ist nicht zuletzt den vielen engagierten Mitarbeitern zu verdanken.
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Mit lieben Grüßen Eure Sarah