Freitag, 25. November 2005

Hallöle!

Ich bin seit gestern (Donnerstag, 24.11.) Abend wieder zu Hause und ziemlich müde.
Die letzten Wochen waren anstrengend und fast ganz dem Eislaufen gewidmet.
Berichte hat es ja auf unserer Seite schon länger nicht mehr gegeben. Das liegt leider daran, dass ich momentan auf der Uni, wie auch am Eis voll beschäftigt bin und einfach nicht genug Zeit finde, euch alle am Laufenden zu halten.

Schnell zusammengefasst kann ich euch mitteilen, dass ich jetzt 2 weitere Wettkämpfe hinter mir habe.
Da wäre zuerst mal die Golden Spin in Zagreb:
Für Österreich waren Viktor und ich am Start.
Ich liebe diese „großen“ Wettkämpfe, die ich dieses Jahr ja zum ersten Mal bestreite. Das Ambiente ist ein ganz anderes und man hat auf jeden Fall mehr Publikum, als bei sämtlichen anderen Wettkämpfen, die man sonst so läuft.
Leider konnte ich wegen einer Prüfung nicht wie geplant am Donnerstag nach Zagreb reisen, sondern fuhr erst am Kurzprogrammtag um 6 Uhr in der Früh von Wien weg. Ein ziemlich anstrengendes Unterfangen, das aber dennoch einen zufrieden stellenden Ausgang fand.
Mein Kurzprogramm war mit einem wirklich schönen Doppelaxel und einem Doppelflip, vor allem nach dem Desaster des Montfort Cups (den ich mittlerweile getrost als Ausrutscher abhaken kann) gut gelungen. Leider konnte ich meine Kombination, die im Einlaufen noch sicher funktionierte nicht stehen.
Auch die Kür wurde nach einem etwas gescheiterten Anfang (Salchow und Toeloop nur doppelt) noch zu einem schönen Erlebnis, da ich es schaffte in der 2ten Hälfte den Salchow noch 3fach zu stehen und damit noch die 14te Kürleistung zu zeigen. Insgesamt wurde ich gute 16te.


Viktor zeigte ein fehlerfreies Kurzprogramm und eine nicht ganz gelungene Kür, wurde insgesamt 4ter und erreichte damit ein beeindruckendes Gesamtergebnis. Er gehört mittlerweile eindeutig zur weiteren europäischen Spitze.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das NJS durchaus interessant zu beobachten ist. Es gab zwei schwere Pannen bei Karen Venhuizen und Martin Liebers und die Wartezeiten zwischen den Läufern sind mit 7-10 Minuten echt nervig, aber sonst scheint es international sehr gut anzuwenden zu sein.
Für mich persönlich musste ich wieder feststellen, dass ich mich mit meinen Trainingsleistungen durchaus mit vielen Starterinnen messen kann. Aber auch meine Wettkampfleistungen werden immer besser und ich bin für die Zukunft positiv gestimmt :)

Nur eine Woche später trat ich beim Lentia Cup in Linz an:
Vor allem mein „Geburtstags“-Kurzprogramm gelang mir durchaus gut. Ich konnte mich vor allem was mein Selbstbewusstsein und meine Präsentation anging, steigern, zeigte einen tollen Doppelaxel und brachte, nach einem gestürzten 3Salchow (der im Einlaufen eigentlich wieder toll funktioniert hatte), einen 3fachToeloop (mit aussteigen), der, für mich leider unverständlich, als doppelt gewertet wurde, was mich wichtige Punkte kostete.
Nach dem Kp ging ich vor Andrea Kreuzer und Anni Luftensteiner in Führung und war „heiß“ auf die Kür.

Doch schon das Training am Kürtag funktionierte nicht wie gewünscht. Ich war müde und konnte meine Leistungen nicht wie gewohnt bringen.
Der dichte Wettkampfplan mit Zagreb und Linz und die vorangegangenen 3 Uni-Prüfungen in einer Woche hatten Kraft gekostet und ich war einfach nicht mehr in der Lage eine (annähernd) fehlerfreie Kür zu zeigen. Das Einlaufen funktionierte zwar noch gut und ich konnte meine 3fachen landen, aber damit war meine Kraft wohl verbraucht.
Mit einem Abstand von nur 0,86 musste ich mich Andrea Kreuzer geschlagen geben.
Trotzdem bedeutete auch dieser Wettkampf eine weitere vor allem mentale Steigerung und Claudia meinte, dass man mir meine Müdigkeit in der zweiten Hälfte nicht mal mehr ansieht :)

Der Lentia Cup war der erste nationale Nachwuchsbewerb in Österreich, der mit dem NJS gewertet wurde. Manche Entscheidungen (zB mein 3fachToeloop aus dem KP) hatten mich wirklich überrascht, aber wahrscheinlich muss man diesem System Zeit geben sich in AUT zu etablieren und ich bin schon sehr gespannt, was die folgenden Staatsmeisterschaften mit sich bringen werden.
Das NJS wurde in den Gruppen Novice, Junioren und Senioren angewandt und man merkt, dass sich die meisten Läufer dieser Kategorien wirklich intensiv damit beschäftigt hatten.
Kathrin Freudelsperger, die nach einem guten Kurzprogramm noch klar in Führung war und dann aufgrund einer Erkrankung leider zur Kür nicht mehr antreten konnte, zeigte sogar eine Level 4 Spiralenfolge und damit das Element mit dem höchsten Level des ganzen Wettkampfes.

Ebenfalls aus unserer Gruppe am Start waren die kleine Sarah, Nicole und Sandy.
Sarah und Nicole wurden 2te. Sandy 4te.
Ganz stolz kann unsere kleine Sarah auf sich sein. Sie war zum ersten Mal ohne Eltern auf Wettkampf gefahren. Das war sicher nicht leicht, aber sie hat es geschafft und das sogar ohne Tränen. So eine liebe Zimmernachbarin, wie sie, hab ich selten gehabt :) und ich freu mich schon auf unsere nächste Reise.

Und von Linz…
… fuhr ich nach Innsbruck um bei einem Trainingslager des IEV teilzunehmen.
Die Eltern der Nachwuchsläuferin Anna Hofmann hatten es geschafft Ilia KULIK nach Innsbruck zu holen, mit dem ich schon im Sommer in Flims gearbeitet hatte.
Dank meiner allerliebsten Julia (Urschler), die sich ganz fest für einsetzte, bekam ich die Chance an diesem Trainingslager teilzunehmen.
Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß und wir arbeiteten 4 Tage intensiv, wenn auch zeitweise auf der Außenbahn, was für mich als Hallenverwöhnte Wienerin ziemlich schwer war. Es ist lange her, dass ich ohne Gefühl in Zehen und Fingern und mit 5 Schichten an 3fach gesprungen bin und ich kann euch sagen: Das ist ein Erlebnis :)

An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei Julia bedanken, weil sie alles für mich geregelt hast und weil ich bei ihr wohnen durfte, obwohl sie selbst so im Prüfungsstress ist.
Vielen Dank auch an ihre Eltern und vielen Dank für den Sushi-Kurs. Ich bin jetzt der Liebling meiner ganzen Familie, weil sie alle selbsgemachte Maki wollen :)

Ebenfalls bedanken möchte ich mich beim IEV und bei den Hofmanns. Ich habe das Trainingslager genossen und habe sehr davon profitiert.

Und was kommt als nächstes:
Neue Eislaufschuhe :) - nachdem ich meine alten bei Ilia nun endgültig gekillt habe.
Und dann folgen, nach einer kurzen aber intensiven Uni-Prüfungszeit, die Staatsmeisterschaften in Innsbruck.

Liebe Grüße und 1000 Bussis eure Sarah